INSTAGRAM KRISE – Gibt es sie wirklich?

Instagram im Fokus der Presse – Shadowbans und Werbekennzeichnung 

In der letzten Zeit gab es über Instagram viel zu lesen und zu hören. Von einem Shadowban war die Rede, also eine Unsichtbarkeit der eigenen Bilder für alle Nicht-Follower, wenn man bestimmten Aktivitäten nachgeht, die Instagram als schädlich für die Funktionsweise der App ansah. Dazu zählt beispielsweise das Verwenden von Bots, das Kaufen von Followern oder die Verwendung immer gleicher Hashtags. Außerdem ist das Werben auf Instagram in den Fokus von Justiz und Presse geraten. Wer wirbt, ohne dies kenntlich zu machen, kann mit empfindlichen Geldstrafen rechnen.

Das alles ist bekannt und hat mich relativ wenig interessiert, da ich keine Bots oder ähnliches einsetze, um Follower zu sammeln und Werbung immer kennzeichne, wenn auch jetzt etwas deutlicher, also das bisherige #sponsored. Trotzdem steigt im Moment meine Frustration über die eigentlich heißbeliebte App. Warum? Weil ich sie nicht mehr für das nutzen kann, für das ich sie vor vielen Jahren einmal installiert habe.

Inspirationsquelle Instagram

Instagram war für mich immer ein Ort der Inspiration. Ich nutze die App, um Leuten zu folgen, die mich auf irgendeine Art interessieren. Sei es, weil mir ihr Stil gefällt und ich die Teile, die sie tragen nachkaufen möchte oder mich zumindest davon inspirieren lassen will. Sei es, weil sie einen unfassbar tollen Körper haben und mich dazu motivieren im Gym alles zu geben. Viele Menschen finde ich auch einfach super sympathisch und ich schau mir deshalb täglich ihre Stories an. Andere haben ein großes Talent im Fotografieren. Es gibt verschiedene Gründe, warum ich auf den „Folgen“-Button klicke. Natürlich möchte ich auch mich zeigen. Ich möchte zeigen, wer ich bin, was ich mache und was ich trage, um wiederum andere Nutzer zu inspirieren. Ich freue mich immer, wenn die Leute mich fragen, wo ich das Teil aus meinem letzten Beitrag gekauft habe oder wo ich zum Friseur gehe oder mir Fragen über mein Leben, mein Studium oder meine Herkunft stellen. Nicht, weil ich mich dann ganz toll fühle, sondern weil ich dann weiß, dass ich jemanden inspiriert habe, egal auf welche Art und Weise.

Eine Plattform für die großen Stars 

Doch seit längerem funktioniert das mit der Inspiration nicht mehr so recht. Die Beiträge von den Nutzern, die mich brennend interessieren, werden mir, wenn überhaupt, erst Stunden nach dem Upload angezeigt. Das Ganze geht soweit, dass ich am Abend gezielt  Benutzernamen in die Suche eingebe, um nachzusehen, ob ein neues Foto hochgeladen wurde. Neue Leute zu entdecken ist schier unmöglich. Über die „Entdecken“-Funktion werden mir noch noch die großen Instagrammer und Prominente angezeigt, die einen blauen Haken besitzen und sich sowieso keine Mühe geben müssen, um neue Follower zu gewinnen. Die kleinen, die Instagram als Hobby betreiben und in jedes Bild extrem viel Mühe stecken, bleiben weitestgehend unsichtbar. Der ganze Sinn der Plattform bleibt dabei auf der Strecke. Für mich völlig unlogisch. Auf der einen Seite versucht Instagram die Kommerzialisierung der App mit harten Bandagen zu unterbinden, auf der anderen Seite gibt sie nur noch denen Sichtbarkeit, die diese Kommerzialisierung überhaupt angetrieben haben.

Wege aus der Krise

Was ich allen rate, die trotzdem noch wachsen und neue interessante Beiträge nicht verpassen wollen? Ehrlich gesagt habe ich keine Ahnung. Vielleicht geht ihr einfach mithilfe von Hashtags auf die Suche nach den Inhalten, die euch interessieren. Schaut über die Suchfunktion nach den Usern, deren Inhalte ihr mögt und vor allem: seid aktiv. Sichtbarkeit in den Kommentaren ist im Moment die einzige Möglichkeit, um überhaupt wahrgenommen zu werden. Bleibt der Algorithmus jedoch so, wie er gerade ist, will ich mich wohl oder übel langsam auf die Suche nach einer neuen Plattform machen, auf der auch die Kleinen wieder eine Chance haben ganz groß rauszukommen. Und das nicht etwa nur, weil ich mit meinen Bildern an tolle Werbedeals kommen will, sondern weil ich es nur gerecht finde, dass Beiträge, in denen ganz viel Zeit und Arbeit steckt, auch die entsprechende Anerkennung erhalten.

 

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4 Gedanken zu “INSTAGRAM KRISE – Gibt es sie wirklich?

  1. Oh, so richtig aus meinem Kopf gesprochen! Habe mich vor keinen 5 Minuten darüber geärgert, dass mir bei den Vorschlägen nur noch Leute mit zig-tausend Likes kommen. Von der Reichweite meines eigenen Accounts will ich gar nicht anfangen. Wuchs er früher doch langsam aber sicher, stagniert es jetzt seit langer Zeit – ganz ohne Shadowban. Und da bekommt man dann auch keine Lust mehr aktiv dahinter zu sitzen :/ bisschen Effekt will man ja auch sehen. Hoffe das ändert sich bald wieder, denn aktuell kenne ich keine Ersatzplattform.
    Liebe Grüße, Dorie

    http://www.thedorie.com

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    • Genau das meine ich. Input – Output. So muss es sein. Aber stattdessen werden mir auf meiner Entdecken Seite 3 Bilder von xeniaoverdose angezeigt. Sehr sinnvoll. Danke Insta für nix.

      Danke dir aber für dein Kommentar! ❤️

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